Veranstaltungen

 Homepage

 

Eine Ausstellung in der FBF-Galerie, dem Schmalkalder Künstler


Alfred Oehring (1898 – 1953) zum 120. Geburtstag gewidmet

 

Der  Künstler Alfred Oehring ist über die Grenzen seiner Heimatstadt und des Thüringer Waldes hinaus wenig bekannt geworden. Das lag nicht daran, dass es ihm an Talent gemangelt hätte, um sich als Künstler zu behaupten und seinen Namen in das Bewusstsein einer großen Öffentlichkeit zu tragen. Vielmehr waren es Zeit und Lebensumstände, die ihn –gleich vielen seiner Generation zwischen den Weltkriegen – an einem kontinuierlichen und aufwärts gerichteten Weg gehindert haben.

Vor 120 Jahren in Schmalkalden geboren und vom Elternhause finanziell nicht so gut ausgestattet, dass er eine Kunstakademie – etwa in Weimar oder Kassel – hätte besuchen können, beginnt er seine auffallende Begabung an der privaten Kunstschule von Kurt Jäckel zu formen.

Der Erste Weltkrieg holt den Vater, Louis Oehring, an die Front; mit erst sechzehn Jahren muss der Sohn im elterlichen Fotogeschäft tätig sein und für den Lebensunterhalt der Familie sorgen. In der freien Zeit malt und zeichnet er unermüdlich, in nächster Nähe und bei wenigen Reisen in Deutschland und Italien.

Aus heutiger Sicht ist es ungewöhnlich, dass ein Künstler sich so ausschließlich seiner Stadt und ihrer Umgebung mit all seinem Können und einem liebevollen Blick zuwendet.

Zeitgenössische Kunst heute empfindet das traditionelle Zeichnen und Aquarellieren vor der Natur als eine Einschränkung der künstlerischen Mittel und sieht in der Begrenzung auf den kleinen Ausschnitt nicht die großen Möglichkeiten zur Konzentration und Vertiefung. Furcht vor Klischee und Idylle führten immer mehr weg von der topografisch genauen Darstellung von Stadt und Landschaft zugunsten eines größeren Ausschnitts menschlicher Daseinsformen.

Alfred Oehring hat diese Scheu, als Heimatmaler bezeichnet zu werden, nie empfunden. Er war es im besten Sinne, ein aus der Tradition der Empfindung und des Eindrucks – der  Impression – kommender Künstler.

Als die Zeit des Nationalsozialismus mit dem Verfall der Kultur und der Zweite Weltkrieg mit Zerstörung über die Stadt hinweggegangen war, hat Alfred Oehring seine ganze Kraft in den Dienst der Wiederbelebung geistiger Werte gestellt und den Sinn seines Lebens in dieser Aufgabe gesehen. Wiederum kam seine Kunst zu kurz. Vielfältige Aufgaben wie Lehr- und Vortragstätigkeit, sowie ab 1951 eine schwere Krankheit haben seine Kräfte aufgezehrt, er verstarb im 55. Lebensjahr.

Eine Ausstellung seiner Bilder hat zu seinen Lebzeiten nicht stattgefunden. Erst anlässlich seines 100. Geburtstages 1998 hat das Museum Schloss Wilhelmsburg zum ersten Mal sein Lebenswerk gezeigt.

Die Ausstellung in der FBF-Galerie, FBF-Stiftung für Wissenschaft und Kunst, Gillersgasse 2, an der Stadtkirche St. Georg zeigt neben Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen aus dem Privatbesitz der Töchter von Alfred Oehring auch Fotos, in denen der Künstler historische Ereignisse zwischen 1933 und 1947 und die Zerstörung der Stadt festgehalten hat. Diese wurden dem Stadt-und Kreisarchiv Schmalkalden im Jahre 2011 als Schenkung übergeben.

Dr. Gabriele Werner

 

 

 

Zur Eröffnung der Ausstellung am 27. April, 18:00 Uhr sind Interessenten herzlich eingeladen. Die FBF-Galerie hat mittwochs von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr und sonntags von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Sonderöffnungszeiten können schriftlich über FBF-Galerie, Gillersgasse 2, 98574 Schmalkalden bzw. über E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! vereinbart werden sowie telefonisch über das Stadt-und Kreisarchiv Schmalkalden (03683/ 60 40 39), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (mehr Informationen hier).


 

 




Weitere Hinweise zu Veranstaltungen 2018 finden Sie unter Vor- & Rückblicke / Veranstaltungspläne.