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Schmalkalden im 19. Jahrhundert PDF Drucken E-Mail

1. Teil Chronik

eine Chronik aus dem Schmalkalder Tageblatt, bearb. von Erika Heilgeist,

hrsg. vom Stadt-und Kreisarchiv Schmalkalden 2006-2008. Band 1-4. Preis je Bd. € 7,50.

 

Vom 5. Januar 1900 bis zum 3. Dezember 1903 wurde im „Schmalkalder Tageblatt“ als Fortsetzungsreihe eine Chronik über die Jahre 1800 - 1900 von einem unbekannten Chronisten veröffentlicht. Entdeckt, abgeschrieben und mit Registern versehen wurde diese von Erika Heilgeist, Mitarbeiterin im Stadt- und Kreisarchiv Schmalkalden. Neben einigen handschriftlichen Chroniken sowie den gedruckten Chroniken von Johann Reinhard Häfner (erschienen zwischen 1808 und 1832) und Johann Georg Wagner (erschienen 1849) über die Geschichte der Stadt und Herrschaft Schmalkalden gibt es vor allem für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts keine zusammenhängende Darstellung der Stadtgeschichte. Deshalb entschlossen wir uns, diese Arbeit der Öffentlichkeit als Broschüre zugänglich zu machen. Die originale Schreibweise und Orthographie des Zeitungstextes ist beibehalten worden. Zur besseren Übersicht wurde ein Personen-, Ort- Sachregister beigefügt. Auf die Kommentierung des Textes sowie die Erläuterung von veralteten Wörtern, Maßeinheiten und Währungen verzichteten wir.

Teil 1 enthält die sich in Schmalkalden und Umgebung zugetragenen Begebenheiten der Jahre 1800 - 1825. Es wird über die Lasten der hiesigen Bevölkerung durch die Durchmärsche und Einquartierungen berichtet. Episoden werden erzählt, wie die Bürger mit dieser Kriegsnot umgegangen sind und wie sie sich nach dem Krieg der Not und den Missständen stellen mussten. Die gültigen Münzsorten und deren Wertigkeit werden beschrieben und ganz besonders wird auf die Lebensmittelpreise in den einzelnen Jahren eingegangen.. In diesem Teil der Chronik ist als Nachtrag eine Übersicht: „Vom Königreich Westfalen“ angeschlossen. Dieser Nachtrag war auch im Schmalkalder Tageblatt veröffentlicht.

Im Teil 2 werden die sich in Schmalkalden und Umgebung zugetragenen Begebenheiten der Jahre 1826 – 1850 wiedergegeben. In diese 25 Jahre fallen die Not- und Hungerjahre. In der Chronik werden die Maßnahmen der Regierung zur Milderung der schlechten Lebensbedingungen der Bevölkerung deutlich gemacht, z.B. der Straßenbau als brot- und geldgebende Überbrückung der Not. Krawalle fanden statt, weil die Bevölkerung Angst hatte vor dem Modernen, der voranschreitenden Industrialisierung im Kreis. Das Zunftwesen und das Schmalkalder Schulwesen wurden umgebildet, das Gesundheits- und Sozialwesen erneuert. Das Vereinswesen lebt auf, neben Gesangsvereinen bildete sich z.B. die Gesellschaft eines Volksgarten zu Schmalkalden.

Im Teil 3 werden die Jahre 1851 – 1875 beschrieben. In diese Zeit fällt die Annexion Hessens durch Preußen, die große Veränderungen in der Verwaltungsstruktur der Ämter in Stadt und Land mit sich bringt. Ganz besonders wird das damalige Zeitungswesen beleuchtet. Der Großosterturm der Stadtkirche wird fertig gestellt und die Straßenbeleuchtung eingeführt. Das Schulwesen wird wiederholt saniert und die Industrialisierung nimmt ihren Lauf - neue Fabriken werden gegründet, wie z.B. die Ahlenfabrik „Concordia“. Der Chronist beschreibt die Höhen und Tiefen des Baues der Zweigbahn Wernshausen-Schmalkalden und wie diese die Stadtkasse belasten. Ausführlich geht er auf die Kirmes in den Vorstädten ein.

Im Teil 4 beschreibt der Chronist, hier wahrscheinlich zum Teil als Augenzeuge dieser Zeit, die Jahre 1876 bis 1900. Er berichtet über Naturereignisse wie Unwetter und strenge Winter, die über das Gebiet niedergegangen sind. Der erste Spatenstich zum Bau einer Wasserleitung, der Ausbau des Post- und Telegrafenwesen und der Umbau des Rathauses werden beschrieben. Ebenfalls finden die Umnummerierung der Häuser der Stadt und die neuen Bezeichnungen der Straßen und Plätze Erwähnung. Die Gründung der Kinderbewahranstalt, deren Finanzierung und die Sanierung des Solbades werden dargestellt. Auf soziale Errungenschaften, wie die Krankenkasse, das Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz geht der Chronist ebenso ein, wie auf die Gründung einer gemeinnützigen Baugenossenschaft.

 
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